Weniger ist mehr?

In meinem zuletzt auditierten Entwicklungsprojekt reichte das Backlog etwa 3 Jahre in die Zukunft. 

Kein Scherz, keine Pointe. 

Hat der Kunde wirklich so unglaublich viel gefordert? 

Eher nicht. Im Gespräch ergab sich, dass der Product Owner selbst recht viel über das Themengebiet wusste. Als Experte wusste er, was alles möglich ist und was man so „brauchen könnte“. 

Das Problem lag nun aber darin, dass der Kunde genervt war. Genervt, weil man nicht lieferte, was gebraucht wird. Und mit dem Product Owner wurde schon länger nicht mehr über Features gesprochen. Die Termine waren reine Präsentationen des aktuellen Entwicklungsstandes. 

Eine meiner Empfehlungen, mit Blick aufs Backlog, war dieses drastisch zu stutzen. Eigentlich komplett zu archivieren und dafür mehr mit dem Kunden in Dialog zu gehen.

Meine Erfahrung ist, dass man das Backlog ordentlich reduzieren kann, wenn man den Kunden richtig zuhört. Genaues Zuhören und Nachfragen ermöglicht, das wirklich Wichtige herauszufinden. Und das ist häufig nur ein Bruchteil des Gesagten. 

Fehlt das Relevante, zählt alles nichts. Wird das Wichtige geliefert, ist alles andere entspannter. 

Ich begleite das Projekt jetzt noch eine Weile und helfe dem Product Owner und dem Kunden, besser zusammenzufinden. 

Danach gilt auch für mich, weniger ist mehr. Es muss ohne mich laufen, und das wird es! 

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